Sicherheitsgrundlagen Privatkunden

Basisschutz bei privater Nutzung der IT

Weltweit bekannt gewordene Spionage-Fälle und die ansteigende Online-Kriminalität belegen eine Tatsache sehr deutlich:

Auch im Internet gibt es keine absolute Sicherheit!

Provider oder staatliche Institutionen könnten den Datenverkehr technisch gesehen ohne Probleme anzapfen und auswerten. Eine besondere Gefahr droht allerdings von ganz anderer Seite, denn Kriminelle nutzen immer wieder Sicherheitslücken in Betriebs-Systemen und Apps/Programmen, um sich Zugang zu fremden Computern und Daten zu verschaffen.

Eine Vireninfektion ist unter anderem über Webseiten mit bösartigem Code möglich. Selbst bekannte und eigentlich vertrauenswürdige Webseiten wurden schon häufiger von Kriminellen angegriffen und manipuliert, um von dort aus Viren und andere Schadsoftware auf fremde Rechner zu bringen.

Was einige Menschen als Panikmache in den Medien abtun, ist leider Realität. Auch offline kann mangelnder Datenschutz böse Folgen haben, denn Computer und Smartphones sind auch bei Einbrechern und Dieben beliebt.

Um die Gefahren etwas besser einzuschätzen, überlegen Sie einfach mal ganz in Ruhe, was alles auf Ihrem Computer, Smartphone oder Tablet gespeichert ist und was es bedeuten würde, wenn alle Bilder, Dokumente, Kundendaten und E-Mails an fremde Personen geraten.

1.
Datensicherung

Sichern Sie Ihre Bilder, Dokumente und alle wichtigen Daten regelmäßig auf externen Datenträgern oder verschlüsselt bei Ihrem Provider im Netz (Cloud-Speicher), damit diese bei Virenbefall nicht für immer verloren gehen!

Bei besonders wichtigen Dokumenten und unwiederbringlichen Bildern und Filmen empfehlen wir, diese auf einer externe Festplatte zu sichern und das Backup im Bankschließfach oder außerhalb Ihres Gebäudes zu lagern. So bleiben Ihnen die wichtigsten Daten selbst bei Einbruchdiebstahl, Feuer- oder Wasserschäden erhalten!

2.
Passwörter regelmäßig ändern

Kriminelle haben keine Skrupel, fremde Passwörter zu benutzen, um beispielsweise Mailadressen zu missbrauchen. Hier drohen besonders hinterhältige Fallen, denn mit fremden Mailadressen können beispielsweise Konten (Accounts) in illegalen Tauschbörsen angelegt werden. Dort könnten dann mit gefälschter Identität strafbare Inhalte heruntergeladen oder sogar verbreitet werden.

Auch in Online-Shops könnte Ihre E-Mail Adresse missbraucht werden, um damit Ware zu bestellen und diese an fremde Anschriften „umzuleiten“.Es ist grundsätzlich ratsam, alle Passwörter drei- bis viermal im Jahr zu ändern.

Machen Sie sich am besten eine Übersicht mit allen Anbietern und Konten, für die sie Passwörter nutzen. Notieren Sie Passwörter selbst nach Möglichkeit getrennt von dieser Übersicht und speichern Sie Passwörter nicht auf dem Computer.

Verwenden Sie für verschiedene Konten auch verschiedene, besonders sichere Passwörter und Erinnerungsfragen, also nicht die Namen von Menschen oder Haustieren bzw. keine Wörter, die man leicht mit Ihrer Person in Verbindung bringen kann.

3.
Diebstahlschutz einrichten

Sie können Ihre Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks heute mit einigen Schutzfunktionen ausrüsten. So ist es beispielsweise möglich, die Geräte bis auf wenige Meter zu orten (GPS vorausgesetzt)  oder eine Meldung zu erhalten, sobald eine fremde SIM-Karte in Ihr gestohlenes Gerät eingesetzt wird.  Auch Ihre Daten können Sie bei vielen Geräten aus der Ferne löschen.

4.
Verschlüsseln von sensiblen Daten

Wenn Sie Ihr System auch für die Arbeit nutzen, vertrauliche Dokumente oder Daten von Kunden auf Ihrem Computer speichern, sollten Sie die betreffenden Verzeichnisse unbedingt verschlüsseln.

Wir empfehlen Windows 10 Pro, weil die Pro-Version das Verschlüsselungstool „Bitlocker“ enthält. Damit können Festplatten, USB-Sticks und andere externe Datenträger recht gut verschlüsselt werden.

Wenn Sie derzeit die Windows 10 Home Edition nutzen, können Sie über den Microsoft Store ein kostenpflichtiges Upgrade auf Windows 10 Pro ausführen.

5.
Sicherheits-Software

Viren, Trojaner und andere Schadsoftware gibt es längst für alle Betriebs-Systeme. Auch für Smartphones und Tablets empfehlen wir dringend eine Sicherheits-Software und dafür regelmäßig Updates zu installieren.

Empfehlenswert sind sogenannte Multi Device Sicherheitslösungen, mit der Sie verschiedene Endgeräte (z.B. PC, Mac, Smartphone, Tablet) zusammenfassend mit einer Lizenz absichern können.

Bestandskunden können Lizenzen für Sicherheitslösungen der G Data Software AG auch direkt telefonisch bei uns bestellen oder verlängern lassen.

6.
Software aktuell halten

Achten Sie darauf, Programme auf PCs und mobilen Endgeräten aktuell zu halten. Veraltete Software ist häufig für Sicherheitslücken auf dem System verantwortlich.

7.
Software nur von vertrauenswürdigen Quellen installieren

Im Internet sehen Sie häufig Werbebanner, die Ihnen „dringenden Handlungsbedarf“ vermitteln, weil Software auf Ihrem System angeblich nicht mehr aktuell oder akut gefährdet ist.

Nicht selten verbergen sich dahinter Fallen, die Sie zum installieren von verseuchter Software aus dubiosen Quellen verleiten soll. Besonders dreist sind auch „Softwareaktualisierungen“, die Ihnen mit einem Klick ein richtig teures Abo bescheren.

Aktualisieren Sie Software am besten nur von der Webseite der Hersteller oder von vertrauenswürdigen Webseiten .

8.
E-Mails von unbekannten Absendern

Obwohl der Verbreitungsweg schon in den 90er Jahren bekannt wurde, fallen immer noch sehr viele Menschen auf virenverseuchte Dateianhänge in E-Mail Nachrichten herein.

Seien Sie besonders misstrauisch, wenn Sie E-Mails von unbekannten Absendern erhalten. Selbst wenn E-Mails keine Anhänge enthalten, können diese bei lesbaren HTML-Code virenverseucht sein.

Ein beliebter Trick ist es auch, Zugangsdaten via E-Mail zu erschleichen (Pishing). Dabei werden Sie  „im Namen“ Ihrer Bank, Ihres Mobilfunkanbieters oder anderer Geschäftspartner angeschrieben und gebeten, sensible Zugangsdaten wie beispielsweise PIN und Passwort zu vervollständigen. In der E-Mail befindet sich dann häufig  ein Link, der auf eine gefälschte Webseite führt, welche der Original-Webseite täuschend ähnlich sieht. Hier werden Sie dann aufgefordert, Daten, Passwörter oder Transaktionsnummern einzugeben. Die eingegebenen Daten landen dann bei Kriminellen, die damit Zugriff auf Ihre Konten erlangen können.

Keine Bank und kein Anbieter wird Sie via E-Mail auffordern, Ihr Passwort zu nennen. Auch wird Sie kein Anbieter anrufen und am Telefon nach dem Passwort fragen.

9.
Datenträger vor der Verwendung scannen

Beim einlesen von fremden USB-Sticks, Speicherkarten oder CDs sollten die Daten immer vom Virenscanner geprüft werden. Externe Datenträger waren schon vor Jahrzehnten für die Verbreitung von Viren bekannt und leider ist diese Gefahr immer noch existent.

10.
Vorsicht in öffentlichen WLAN-Netzwerken

Wussten Sie, dass es problemlos möglich ist, Ihre Daten in öffentlichen WLAN-Netzwerken abzufangen? Erfahren Sie mehr im folgenden Beitrag:

11.
Information

Das Internet wird mittlerweile von fast 4 Milliarden (!) Menschen genutzt, wovon natürlich nicht alle mit guten Absichten unterwegs sind.

Onlinekriminalität ist eine reale und akute Gefahr! Informieren Sie sich deshalb regelmäßig über aktuelle Bedrohungen aus dem Internet und seien Sie lieber einmal mehr misstrauisch.